Was ist Baubiologie?

Biologisches Bauen erschöpft sich nicht in der Vermeidung von giftigen Farben und Holzschutzmitteln, sondern ist ein integraler Planungsansatz, der ökologische, gestalterische und soziale Aspekte sowohl für die Bewohner als auch für die Bauenden berücksichtigt.

Die Ziele baubiologischer Planung und Ausführung sind:

  1. Räume schaffen, in denen Menschen sich visuell, körperlich und geistig wohlfühlen
  2. Eine soziale Wohn- und Arbeitswelt fördern
  3. Gesunde, möglichst naturbelassene Materialien einsetzen
  4. Energie sinnvoll nutzen
  5. Die langfristige Entwicklung der Gebäude vorsehen
Ziele baubiologischer Planung und Ausführung
Ort Zeit Technik Ökonomie Gestaltung Ökologie Gesellschaft

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Ort

Ort

Eine genaue Analyse des Standortes für einen Neubau oder der Lage eines zu sanierenden Gebäudes bildet die Grundlage jeder Planung. Wie ist das Verhältnis zur Landschaft, oder wie ist der Platz in den städtebaulichen Kontext eingebunden? Wie verhält es sich mit dem Mikroklima, der Sonneneinstrahlung? Ist das Gebäude für die vorgesehene Nutzung ausreichend erschlossen? Ist es ausreichend nah zur benötigten Infrastruktur, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten etc.? Gibt es Störquellen oder Altlasten? Welche Bauvorschriften oder Schutzbestimmungen beeinflussen die Planung? Wie viel Integration oder Abgrenzung ist erwünscht? Wie soll die Wechselwirkung Innenraum / Aussenraum gestaltet werden?

Für eine tiefergehende Analyse können bei Bedarf auch Radästhesie- oder Feng Shui- Berater zugezogen werden.

Zeit

Zeit

Bauen und Wohnen sind Prozesse mit einer starken Zeitkomponente. Es gilt, nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Geschichte und die Zukunft zu berücksichtigen. Welche Geschichte haben der Bauplatz oder das Gebäude? Was ist aus historischer Sicht erhaltenswert? Welche Wirkung auf die Zukunft soll das Gebäude haben? Wie werden sich voraussichtlich die Ansprüche an das Gebäude verändern, kurz- mittel- und langfristig, z.B. durch familiäre oder geschäftliche Veränderung? Wie wird sich die Umgebung verändern? Wie lang- oder kurzlebig soll der bauliche Eingriff sein? Ziel der Planung sollte ein unterhaltsfreundliches und ausreichend flexibles Gebäude sein, das an die Vergangenheit anknüpft und die Zukunft nicht verbaut.

Technik

Technik

Wir bemühen uns, die moderne Technik verantwortungsvoll einzusetzen. Für das Bauwerk selber bevorzugen wir lokale Techniken und Handwerker, möglichst wenig bearbeitete Materialien und einfache, unterhaltsfreundliche Konstruktionen. Materialien, die für die am Bau beteiligten Handwerker oder die späteren Bewohner ungesund sind, werden gemieden.

Für die Haustechnik steht eine kaum zu überblickende Vielfalt von technischen Anwendungen zur Verfügung, die oft auch «öko» im Namen haben. Auch hier geben wir einfachen, verständlichen und leicht bedienbaren Systemen den Vorzug. Zusammen mit der Bauherrschaft und den Fachplanern wird ein Haustechnikkonzept erarbeitet, das von uns in der Ausführung, der Inbetriebnahme und dem Unterhalt begleitet wird.

Ökonomie

Ökonomie

Bauen ist teuer. Kostentransparenz ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft.

Ökonomisch bauen heisst aber für uns nicht, kurzfristige finanzielle Ziele zu verfolgen. Ökologisches Handeln ist längerfristig immer auch wirtschaftlich vorteilhaft. Bei der Kostenberechnung sollten nicht nur die Baukosten berücksichtigt werden, sondern alle anfallenden Kosten vom Bau über den Unterhalt bis zur Entsorgung, auf die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes bezogen. Auch nicht direkt anfallende, externalisierte Kosten wie Ressourcenknappheit, Luft-und Wasserverbrauch und Herstellungsenergie fliessen in die ökonomischen Überlegungen mit ein.

Gestaltung

Gestaltung

Die sinnliche Wahrnehmung unserer Umgebung, Ästhetik im weiteren Sinne, beeinflusst unser Wohlbefinden in hohem Masse. Eine schlichte und formschöne Gestaltung zu finden, die Funktion, Konstruktion und Material in ein harmonisches Verhältnis setzt, ohne das Spielerische gering zu achten, ist eine schwierige und schöne Aufgabe. Form, Farbe, Akustik, Ausstrahlung und Ausdruck des Gebäudes, seine Wirkung auf die Umgebung und sein Verhältnis zur lokalen Bautradition werden in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und Fachplanern erarbeitet. So entsteht Architektur im Einklang mit Mensch und Natur.

Ökologie

Ökologie

Die Ökologie, ursprünglich ein Teilgebiet der Biologie, ist in den letzten Jahren zunehmend ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Der rasante Verbrauch endlicher Ressourcen, stetig steigender Energieverbrauch, Zersiedelung der Landschaft, problematische Stoffe in der Umwelt und nicht zuletzt Bedenken über die Entwicklung des Klimas, die den Menschen als Spezies gefährden können, haben zu einer geschärften Wahrnehmung dieses Problemkreises geführt. Die Bauwirtschaft als eine schwergewichtige Komponente hat darauf reagiert und viele der seit Jahren von den Baubiologen erhobenen Forderungen wenn auch nicht unbedingt erfüllt, so doch als berechtigt anerkannt. Allerdings hat im Zuge dieser Entwicklung auch ein rein technisch orientierter Lösungsansatz überhand genommen, der verspricht, uns durch high tech aus der Misere zu führen.

Wir Baubiologen plädieren hingegen weiterhin für einen ganzheitlichen, systemischen Ansatz. Richtig eingesetzte Technik ist gut und hilfreich, aber alleine nicht die Lösung.

Gesellschaft

Gesellschaft

Der Mensch ist ein soziales Wesen, seine Behausung enthält das ganze Spektrum von öffentlichen bis zu privaten Bereichen. Diese Bereiche zusammen mit der Bauherrschaft zu definieren und auszugestalten ist ein spannender und inspirierender Prozess. Hinzu kommt die Einbettung in grössere gesellschaftliche Zusammenhänge, die weit in das Persönliche hineinreicht. Wir sind offen für alle denkbaren Möglichkeiten des Zusammenlebens und-wohnens, wobei uns vor allem gemeinschaftliche Wohnformen interessieren, für welche die konventionelle Architektur mit ihren Konzepten nur unzureichend räumliche Lösungen anbietet. Soziales Miteinander kann man durch bauliche Massnahmen zwar nicht erzwingen, aber ermöglichen, fördern und pflegen.

Weiterführende Informationen gibt es unter:

ibn

Baubioswiss

Natureplus

Fachgruppe Hausuntersuchung FGHU